03.10.14 – Marktl am Inn

Am Tag der Deutschen Einheit feiert die Nation sich selbst. Die ganze Nation? Nein. Der Ultramontane weiß, dass am Ende alle Wege nach Rom führen. Auch der, der am 16. April 1927 in Marktl am Inn begonnen hat. Hier wurde nämlich Joseph Ratzinger geboren, zwei Bahnstunden von München entfernt. Deshalb feiere ich hier.

Die Gegend ist sanfthügelig, der Ort liegt in einer Flussschleife des Inn, hier am Bahnhof geht die kurze Wanderung los.

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Nicht nur am Ortseingangsschild, Benedikt ist überall. Eine Bäckerei verkauft Papst-Benedikt-Torten, Benedikt-Schnitten und Vatikanbrot. Das Kapital überschreitet in seinem Verwertungsinteresse jede Schamgrenze.

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Auf diesem Deich wandert man am Fluss entlang in Richtung Innenstadt.

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Schönstes Wetter, Jacke braucht man keine. Blauer Himmel, grüner Wald, blaues Wasser und zwei Schwäne.

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Die Gegend ist absolut idyllisch und schön. Wer hier aufwächst, findet leicht den Weg zum Glauben. Und wird Papst :-)

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Da sieht man die Taufkirche von Benedikt. Um 8.30 Uhr, nur etwas mehr als 4 Stunden nach der Geburt um 4.15 Uhr wird er getauft. Die Kirche steht mitten im Dorf, direkt neben dem Geburtshaus.

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Da ist das Geburtshaus. Marktl ist ein ganz kleiner, ziemlich verlassener Ort. Im Ortskern steht viel leer und manches Haus ist arg baufällig.

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Völlig überraschend bin ich an einem Feiertag der einzige Besucher im Geburtshaus, zumindest während meines 90minütigen Aufenthalts kommt kein anderer Besucher. Ich hätte gedacht, hier wäre es deutlich voller.

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Im Haus selbst gibt es sechs Themenzimmer, hier das Papstzimmer.

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Dies ist das Geburtszimmer im ersten Stock.

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Ein Gruß aus Rom. Teil einer kleinen Bibliothek, die der Papst für das Theologenzimmer gestiftet hat.

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Nach dem Besuch gibt es Kaffee und Kuchen in Sichtweite des Museums.

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Dann, nach einem kurzen Spaziergang durch das Dorf, geht es zurück zum Bahnhof.

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Es gibt hier nur noch einen Fahrkartenautomaten. Die Station selber ist – wie man an der technischen Ausrüstung sehen kann – schon länger geschlossen.

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Der Tischkalender ist von 2001. Hier gibt’s sie noch, die gute alte Zeit. Die halbstündige Wartezeit am Bahnhof ist eine einzige Labsal.

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