08.06.15 – Chiemsee

Mitten im Chiemsee liegt die Insel Herrenchiemsee, auf der sich ein Schloss sowie das Klostergebäude des Augustiner-Chorherrenstifts befindet. Knapp 30 Grad, ideale sommerliche Ausflugsbedingungen, wir setzen mit dem Schiff über sind nach 15 Minuten am Anleger.

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Das Schloss ist eine kleine Ausgabe von Versailles. Beeindruckend der Schlossgarten mit den Brunnen, den Blumen, der großzügigen Anlage.

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Selten gesehene Pflanzen aus südlichen Ländern verbreiten exotisches Flair.

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Nach der täglichen Joggingrunde sowie einem kurzen Gerätetraining im Fitness-Studio erholt sich der griechische Krieger am Brunnenrand, bevor er sich seiner heutigen Hauptmahlzeit, einem Feldbergsalat zuwendet. Seine iPhone-App sagt ihm jederzeit, wieviele Schritte er gemacht und wieviele Kalorien er dabei verbrannt hat. Glückliche Antike.

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Durch diese Sichtachse blickt man vom Schloss aus über den Chiemsee ans westliche Festlandufer.

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Erfrischend wenig Andrang für Anfang Juni. Weder die Inseln noch der Chiemsee wirken voll bzw. überlaufen.

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Die Insel hat die nötige Größe, einen echten Wald zu beherbergen, durch den man wandelt um …

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zur Klosteranlage zu gelangen.

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Darin sich ein sensationeller Bibliothekssaal befindet. Sehr klein und sehr fein. Große Fenster lassen viel Licht herein. Weiß, gelb, gold und türkis sind die dominierenden Farben, die eine freundliche Atmosphäre schaffen. Säulen und Stuck und Deckengemälde sorgen für die nötige Prachtentfaltung. Dann aber inhaltlich …

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… an der Stirnseite hängt der Erlöser am Kreuz, daneben die Statue eines Heiligen (leider vergessern welcher) …

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an der den Fenstern gegenüberliegenden Wand hinführend zum Kreuz sechs großformatige Bilder mit Motiven aus der Passionsgeschichte …

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… von der Decke grüßen die Kirchenväter (Augustinus, Thomas von Aquin, Ambrosius) sowie andere Intellektuelle der Antike. Eine fantastische Komposition, die den eifrigen Leser einstimmt auf das Ziel der gelehrten Frömmigkeit. Wer hier nicht den Trieb zum Wissenserwerb verspürt, der verspürt ihn nirgendwo.

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Vom Anleger geht’s weiter zur Fraueninsel, auch darauf ein (Frauen-)Kloster sowie Deutschlands bestgelegener Fußballplatz.

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06.06.15 – Chiemsee

In Prien am Chiemsee steigen wir aus der Regionalbahn, die uns von München aus in den Geburtstagsurlaub gebracht hat. Die historisch-nostalgische Chiemsee-Bahn, deren Rauch unfassbar stinkend über dem kleinen Bahnhof schwebt, verbindet den Bahnhof mit dem Anleger der Fährschiffe. Den rechten Gepflogenheiten entsprechend wird zwischen 1.-Klasse- und 2.-Klasse-Waggons unterschieden.

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Vom Anleger aus fahren die Schiffe auf verschiedenen Routen über den See.

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Wir haben uns jedoch eine Seeumrundung per Fahrrad vorgenommen (54 Kilometer) und starten vormittags bei bestem Wetter.

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Weniger als die Hälfte des Seerundweges führt direkt am Wasser entlang.

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Wobei auch der andere Teil sehr schön ist, durch Wald und Feld führt und manche schöne Ausblicke bietet.

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Saftiges Grün, kräftiges Rot, der Himmel blau.

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Rund um den See gibt es Strandbäder, mal mit und mal ohne Kiosk.

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Die Leihräder brauchen eine Pause. Hier haben wir schon mehr als die Hälfte des Weges hinter uns und manch einer …

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steht der Sinn nach Erfrischung und Abkühlung.

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Ein Bild das zu jedem Sommer gehört: Pommes rot-weiß, Sonnenschutzmilch, Bier und draußen am See unter Bäumen wieder zu Kräften kommen.

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Knapp 500 Meter vor unserem Hotel ein weiteres Strandbad. Im Schatten uralter Bäume und mit Blick auf die seit unvordenklicher Zeit dort liegenden Berge werfen wir unsere müden, alten Knochen erneut in den See, um den Staub und den Schweiß der Radtour abzuwaschen. Gleich danach gibt’s Abendessen und darauf ein schönes Gewitter.

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Auf dem Rückweg.

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